Kirchspiel Osterzgebirge
Kirchspiel Osterzgebirge ist ein evangelisch-lutherisches Kirchspiel im Kirchenbezirk Freiberg (Sachsen, Deutschland). Es wurde am 2. Januar 2020 durch den Zusammenschluss mehrerer kleinerer Kirchgemeinden und Schwestergemeinden gegründet.
Die Kirche St. Nikolai in Dippoldiswalde
Die Kirche St. Nikolai befindet sich in 01744 Dippoldiswalde, Alte Altenberger Straße 20. Sie gehört zum Kirchspiel Osterzgebirge, das Kooperationspartner (nachfolgend PP1 genannt) im Projekt „Göttliche Klänge im Erzgebirge“ ist, das im Rahmen des Programms Interreg Tschechien – Sachsen 2021–2027 durchgeführt wird.
Historische Entwicklung
Die Nikolaikirche gilt als die älteste Kirche in Dippoldiswalde. In der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts ist das Dorf Dippoldiswalde von Siedlern an der Roten Weißeritz gegründet worden. Die Besiedlung erfolgte vermutlich im Auftrag der Burggrafen von Dohna. In jener Zeit wurde die Kirche, zunächst aus Holz errichtet. Ungefähr 50 Jahre später hat man anstelle der hölzernen Kirche eine Basilika aus Stein errichtet. Die Kirche schmückte man mit einer Darstellung des Heiligen Christopherus. Die Innenwände der Kirche wurden mit Fresken, die Szenen aus der Ostergeschichte und dem Leben des Heiligen Nikolaus darstellen, bemalt.
In den folgende Jahrhunderten wurde die Kirche kaum baulich verändert. Man nutzte sie als Friedhofskirche.
1882/83 wurde die Nikolaikirche unter Leitung des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel (1838-1915)
umgebaut. Es wurden neue Decken eingebaut. Man verputzte die Wandflächen neu.
Nachdem man die Fresken an der Südseite entdeckt hatte, wurden sie freigelegt und nach damaligen Können konserviert. Leider wurden die Befunde nicht dokumentiert.
Das Äußere der Nikolaikirche ist 1990 saniert worden. Die Wandmalereien sind heute in schlechtem Zustand.
Beschreibung
Die spätromanisch-frühgotische Basilika Sankt Nikolai befindet in der Unterstadt von Dippoldiswalde.
Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben.
Die Portale der Kirche, die Bögen in der Kirche und auch einige Fenster sind leicht angespitzt. Sie deuten den Übergang zur Gotik an. Die kleinen Fenster und der Aufbau des Kirchenraumes gehören noch der Romanik an. Der Kirchenraum gliedert sich in das hohe Mittelschiff, zwei niedrigere Seitenschiffe, den Altarraum und die Apsis. Der Innenraum ist von zwei Bauphasen geprägt. Die Architektur mit Arkaden, Kapitellen, Pfeilern und Fenstern, sowie dem Grundriss, Apsis, Altarraum und Gewölbe entstammen der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Oberflächen des Innenraumes entsprechen den Vorstellungen der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Über den Bögen zu den Seitenschiffen und an der Westwand findet man erwähnten Wandmalereien und das Wappen der Burggrafen von Dohna.
Der jetzige Altar wurde um 1900 mit älteren Figuren gestaltet und aufgestellt. Eine geschnitzte Figur des Heiligen Nikolaus und eine Kreuzigungsgruppe befindet sich an der Südseite des Mittelschiffes. Im südlichen Seitenschiff befindet sich der Grabstein des Heinrich von Maltitz (gestorben 1570), Herr von Dippoldiswalde und Reichstädt. Auch an den Außenwände sind kunstvoll gearbeitete Grabsteine aufgestellt.
Heute wird die Nikolaikirche – wie seit Jahrhunderten – für Trauergottesdienste und Trauerfeierlichkeiten genutzt. Außerdem finden im Sommerhalbjahr Konzerte und in der Kirche statt.
Denkmalwert
Die Nikolaikirche wurde im 13. Jahrhundert aus Stein errichtet. Sie stand damals und steht noch heute an einer wichtigen Straße zwischen dem Elbtal und Prag. Die Kirche ist eine bedeutende dreischiffige Pfeilerbasilika. Heute ist die Nikolaikirche in Dippoldiswalde eine von nur noch sechs ähnlichen romanischen Kirchen, die in Sachsen erhalten sind. Keine dieser Kirche liegt östlicher in Sachsen als die Nikolaikirche. Die Architektur der Kirche repräsentieren den Übergang von der Romanik zur Gotik. Die Kirche und ihre Wandmalereien sind in einem sehr ursprünglichen Zustand erhalten.